Wer war das? – Ein Wort zum Abschluss
Bevor die üblichen Reflexe greifen:
Wer diesen Brief liest, wird sich fragen, wer dahintersteckt. Und genau das ist Teil des Problems. Denn die erste Reaktion wird nicht sein, sich mit den aufgeworfenen Fragen inhaltlich auseinanderzusetzen – sondern nach einem Schuldigen zu suchen. Es wird vermutlich Strafanzeige gegen unbekannt gestellt werden. Man wird vermutlich engagierte Bürger verdächtigen, die sich in der Vergangenheit bereits kritisch geäußert haben. Nichts liegt ferner. Ich bin mitten unter euch. Ich habe mich auch schuldig gemacht. Auch profitiert. Bin Teil eurer geheimen WhatsApp-Gruppen, in denen vorab entschieden wird. Ich weiß, wie du dich immer wieder damit brüstest, dass die Aigner Ilse nur einen Anruf entfernt ist und dir deine Probleme vom Hals hält. Man wird unterstellen, es handle sich um eine persönlich motivierte Schmutzkampagne, um von den eigentlichen Fragen abzulenken. Genau diese Reflexe zeigt auch die Kolumne des Merkur-Redaktionsleiters, der den Verfasser als „feige" brandmarkt.
Dazu sei gesagt: Es spielt keine Rolle, wer diese Fragen stellt. Es spielt eine Rolle, ob sie berechtigt sind. Jede einzelne Zahl in diesem Schreiben ist öffentlich zugänglich – überprüfbar im Landkreis-Vergleich – und jede Frage lässt sich anhand offizieller Quellen überprüfen. Wer auf den Überbringer zeigt, statt auf das Überbrachte, bestätigt genau das Muster, das hier benannt wird. Die dokumentierten Enttarnungsversuche zeigen, wie berechtigt diese Einschätzung ist.
Dieser Brief ist weder ein Angriff noch eine Kampagne. Er ist das, was in einer funktionierenden Demokratie selbstverständlich sein sollte: Bürger, die Fragen stellen. Nicht mehr, nicht weniger.
Und nun eine letzte Frage – an dich persönlich. Als Nachbar, als Freund, als Bayrischzeller:
Soll es wirklich so weitergehen?
Soll es weitergehen, dass wir als Gemeinde wirtschaftlich und strukturell Stück für Stück abgehängt werden, während sich einige wenige still und leise Vorteile verschaffen? Dass unsere Kinder und Enkelkinder in dem Ort, in dem sie aufgewachsen sind, keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden? Dass unsere Infrastruktur der Entwicklung hinterherhinkt, während andere Gemeinden längst die Weichen für die Zukunft gestellt haben?
Brauchen wir einen Bürgermeister, der nach wie vor proklamiert, jedes Jahr an seinem Lebensalter zu arbeiten – aber wo bleibt die fachliche Weiterentwicklung? Wo sind die Aus- und Weiterbildungen, die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, die ein modernes Rathaus braucht? Oder werden diese Fähigkeiten nur dann herausgeholt, wenn es darum geht, Fördermittel und Subventionen geschickt in die richtigen Kanäle zu lenken? Oder Leute, die nicht ins Konzept passen, auszuschalten?
Die letzten Jahre war Bayrischzell vor allem deshalb in den Medien, weil sich die Gemeinde kostspielige Rechtsstreitigkeiten mit einzelnen Bürgern geleistet hat – auf Kosten der Allgemeinheit. Auch das aufzuarbeiten würde den Rahmen dieses Schreibens sprengen. Aber auch das gehört irgendwann auf den Tisch.
Dieser Brief endet mit einer Bitte: Lies die Fragen. Prüfe die Zahlen. Bilde dir dein eigenes Urteil. Und dann frag dich, ob Schweigen wirklich die bessere Antwort ist. Was sich ändern muss, steht in den 10 Forderungen.
nicht nur einigen wenigen.