Wenn der Sohn des Rektors über den Bürgermeister berichtet

Eine Analyse der Merkur-Berichterstattung zum Bayrischzeller Transparenz-Dossier

🔎 Vorbemerkung

Zwischen dem 23. und 25. Februar 2026 veröffentlichte der Miesbacher Merkur drei Artikel über das anonyme Transparenz-Dossier zur Amtsführung von Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU). Was als journalistische Berichterstattung daherkommt, verdient bei genauerem Hinsehen eine kritische Einordnung – denn die Artikel offenbaren ein Geflecht aus familiären Verstrickungen, selektiver Quellenauswahl und einer bemerkenswerten Asymmetrie in der Darstellung.

Diese Analyse dokumentiert objektiv nachvollziehbare Verbindungen und Auffälligkeiten in der Berichterstattung und ordnet sie anhand der publizistischen Grundsätze des Deutschen Presserats ein.

1 Die drei Artikel im Überblick
23. Februar 2026, 18:00 Uhr

„Bürgermeister Kittenrainer erstattet Strafanzeige wegen anonymer Broschüre“

Autor: Sebastian Grauvogl · Foto: © dw

Bemerkenswert: Das verwendete Foto trägt das Kürzel „dw“ – das Autorenkürzel von Daniel Wegscheider. Der Journalist, dessen familiäre Verstrickung wir gleich aufzeigen werden, war also von Anfang an in die Berichterstattung eingebunden – wenn auch zunächst nur als Fotograf.

24. Februar 2026, 08:33 Uhr

„Anonyme Broschüre: schwere Vorwürfe gegen bayerischen Bürgermeister“

Autoren: Sebastian Grauvogl, Daniel Krehl

Bereits die Wortwahl setzt den Rahmen: „Kampagne“, „Stimmung machen“, „Pamphlet“. Der Artikel übernimmt weitgehend unkritisch die Position des Bürgermeisters. Die Redaktion bewertet die Haushaltszahlen eigenmächtig als „allenfalls bedingt aussagekräftig“ – ohne diese Bewertung zu begründen oder eine unabhängige Einschätzung einzuholen. Gleichzeitig wird Kittenrainers Behauptung, die Vorwürfe seien „einfach falsch“, ohne jede Überprüfung übernommen. Der Artikel spekuliert zudem offen, dass der Gegenkandidat Albert Jupé ein Interesse an der Diskreditierung haben könnte – ein schwerer Verstoß gegen das Gebot der Neutralität in der Wahlberichterstattung.

25. Februar 2026, 19:00 Uhr

„Anonymes Pamphlet: Gemeinderat stellt sich geschlossen hinter Georg Kittenrainer“

Autor: Daniel Wegscheider

Bereits der Titel liest sich wie eine CSU-Pressemitteilung. Der Artikel gibt den Beteiligten ausführlich Raum für emotionale Stellungnahmen und Solidaritätsbekundungen, während die im Dossier aufgeworfenen Sachfragen – Glasfaseranschluss, Straßensanierung, Haushaltslage – in keiner Weise journalistisch aufgearbeitet werden.

2 Der Elefant im Raum: Daniel Wegscheider ist der Sohn des Rektors
Daniel Wegscheider – Miesbacher Merkur

Hier wird es konkret. Der Hauptautor des dritten und umfangreichsten Artikels heißt Daniel Wegscheider. Er ist langjähriger Lokaljournalist des Miesbacher Merkur mit Schwerpunkt Bayrischzell.

Sein Vater war Anton Wegscheider (3. Februar 1949 – 8. März 2018). Dies ist keine Spekulation, sondern durch die Traueranzeige belegt, die seine Kinder namentlich aufführt: Beatrice, Daniel, Martin und Martina, Vroni, Christian.

Anton Wegscheider war eine der prägendsten Persönlichkeiten Bayrischzells:

28 Jahre lang Rektor der Grundschule Bayrischzell – er hat damit buchstäblich Generationen von Bayrischzellern unterrichtet, darunter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den heutigen Bürgermeister Georg Kittenrainer und zahlreiche aktuelle Gemeinderatsmitglieder

Von 1978 bis 2008 Mitglied des Gemeinderats – drei Jahrzehnte im selben Gremium, das heute über die im Dossier aufgeworfenen Fragen beraten soll

Träger der Goldenen Ehrennadel der Gemeinde Bayrischzell – der höchsten gemeindlichen Auszeichnung

Seine offizielle Traueranzeige wurde von Georg Kittenrainer persönlich als Erster Bürgermeister unterzeichnet, mit den Worten: „Neben seinem ehrenamtlichen Engagement, vor allem in den Bereichen Jugend und Sport, hat er bei seiner Lehrertätigkeit den Bayrischzeller Kindern außer den schulischen Grundlagen stets das Wissen und die Liebe zu ihrem Heimatdorf vermittelt. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

Die Verbindung könnte kaum enger sein: Der Vater des Journalisten war Schulrektor des Bürgermeisters, saß drei Jahrzehnte im Gemeinderat, wurde von der Gemeinde mit der höchsten Ehrennadel ausgezeichnet, und der Bürgermeister persönlich hat bei seinem Tod die offizielle Traueranzeige unterschrieben.

Und dieser Mann – Daniel Wegscheider – berichtet im Miesbacher Merkur über schwere Vorwürfe gegen genau diesen Bürgermeister. Sein Artikel liest sich nicht wie eine kritische Aufarbeitung, sondern wie eine Verteidigungsschrift. Und der Merkur verschweigt seinen Lesern diese Verbindung komplett.

3 Die Rolle von Regina Bleier (CSU)

Im dritten Artikel wird Regina Bleier besonders prominent zitiert. Ihre Aussagen sind gezielt emotional aufgeladen und stützen das Narrativ der „Solidarität mit dem angegriffenen Bürgermeister“. Sie bezeichnet die Situation als „irre“ und richtet an Kittenrainer die Worte: „Respekt, Hut ab und danke, dass wir Dich haben.“ Der Merkur vermerkt, dass „die Zuhörer ihre Aussage mit Applaus quittierten“. Wie dieser soziale Druck in einer 1.575-Einwohner-Gemeinde funktioniert, dokumentiert die Stellungnahme zur Anonymität.

Was der geneigte Leser wissen sollte:

Regina Bleier sitzt für die CSU im Gemeinderat – sie ist direkte Parteikollegin des Bürgermeisters, keine neutrale Stimme

Sie rückte als Nachrückerin in den Gemeinderat nach, nachdem Kittenrainer 2020 als Bürgermeister seinen CSU-Sitz freimachte – ihren Sitz verdankt sie also unmittelbar seiner Wahl

Auf der CSU-Kandidatenliste 2020 stand sie auf Platz 1 – ein Zeichen des besonderen Vertrauens innerhalb der Parteistruktur

Die Familie Bleier ist eine der alteingesessenen Bayrischzeller Familien – Ludwig Bleier engagierte sich für die Freien Wähler im Gemeinderat und in der örtlichen Feuerwehr

Dass eine Parteikollegin des Bürgermeisters, die ihren Gemeinderatssitz direkt dessen Wahl verdankt, vom Merkur als scheinbar authentische Stimme der Empörung präsentiert wird, ohne dass diese offenkundigen Zusammenhänge transparent gemacht werden, ist journalistisch problematisch.

Noch bezeichnender ist Bleiers inhaltliche Aussage: „Es werden lauter Punkte aufgezählt, die von uns immer behandelt worden sind und über die wir informiert waren.“ Dies ist ein bemerkenswertes Eingeständnis: Bleier behauptet, der Gemeinderat habe von den kritisierten Sachverhalten gewusst und sie „behandelt“. Wenn dem so ist – warum hat der Gemeinderat dann nicht von sich aus für Transparenz gesorgt?

4 Was die Artikel verschweigen

Mindestens ebenso aufschlussreich wie das Geschriebene ist das Verschwiegene – deshalb unsere 10 Forderungen an Merkur, Landratsamt und Bürgermeister.

Verschwiegen

Keine eigenständige Prüfung der Sachverhalte

Das Dossier enthält konkrete, mit Quellen belegte Vorwürfe: den bevorzugten Glasfaseranschluss zum Bürgermeister-Anwesen, die Straßensanierung zur privaten Zufahrt, die katastrophale Haushaltslage im Landkreisvergleich, die Höhe der EU-Agrarsubventionen. Kein einziger dieser Punkte wird vom Merkur journalistisch überprüft oder eingeordnet. Stattdessen genügt es der Redaktion, dass der Bürgermeister die Vorwürfe als „einfach falsch“ bezeichnet. Im zweiten Artikel geht die Redaktion sogar so weit, die Haushaltszahlen eigenmächtig als „allenfalls bedingt aussagekräftig“ abzutun – eine Bewertung, die sie selbst nicht belegt und die in eklatantem Widerspruch dazu steht, dass diese Zahlen auf offiziellen Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik basieren.

Verschwiegen

Die Landratsamt-Prüfung wird heruntergespielt

Die Kommunalaufsicht des Landratsamts Miesbach leitet eine rechtsaufsichtliche Prüfung ein – nicht wegen der bevorstehenden Kommunalwahl, sondern explizit wegen der „Erheblichkeit der Vorwürfe“. Die Gemeinde ist verpflichtet, dem Auskunftsanspruch „fristgerecht, vollständig und wahrheitsgemäß zu entsprechen“. Doch anstatt diese Tatsache ins Zentrum der Berichterstattung zu rücken, wird sie zwischen emotionalen Solidaritätsbekundungen und Applaus-Szenen versteckt.

Verschwiegen

Kein Wort zur Haushaltslage

Das Dossier dokumentiert detailliert, dass Bayrischzell bezogen auf die Freie Spanne die mit Abstand am schlechtesten aufgestellte Gemeinde im Landkreis Miesbach ist. Diese auf offiziellen Statistiken basierende Analyse wird vom Merkur komplett ignoriert.

Verschwiegen

Der Gegenkandidat als Strohmann

Die Redaktion schreibt, ein Interesse an der Diskreditierung könne man „noch am ehesten Albert Jupé unterstellen“ – ohne jeden Beleg. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl. Die Frage, ob hier eine journalistische Plattform zur Wahlbeeinflussung genutzt wird, stellt sich von selbst.

Verschwiegen

Keine Gegenrecherche zu Kittenrainers Behauptungen

Kittenrainer erklärt, er könne belegen, dass die Vorwürfe „einfach falsch“ seien. Ein Journalist, der seinem Auftrag nachkäme, würde nachhaken: Welche Belege? Können Sie sie vorlegen? Stattdessen wird die Behauptung ungeprüft als Zitat veröffentlicht. Gleichzeitig kündigt Kittenrainer an, die Prüfung durch das Landratsamt abzuwarten – „Vorher wird mir eh jedes Wort im Mund umgedreht.“ Die Widersprüchlichkeit zwischen „ich kann belegen, dass alles falsch ist“ und „ich äußere mich erst nach der Prüfung“ wird vom Merkur nicht thematisiert.

5 Presseethische Einordnung

Die beschriebene Berichterstattung wirft ernsthafte Fragen im Licht mehrerer Ziffern des Deutschen Pressekodex auf:

Ziffer 1 – Wahrhaftigkeit

Die Achtung vor der Wahrheit und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Die durchgehend einseitige Darstellung – emotionale Solidaritätsbekundungen für den Bürgermeister vs. keinerlei eigenständige Überprüfung der erhobenen Vorwürfe – verletzt dieses Gebot.

Ziffer 2 – Sorgfalt

Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen sind mit der gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Die Bewertung der Haushaltsdaten als „allenfalls bedingt aussagekräftig“ ohne jede Begründung und ohne Einholung einer unabhängigen Einschätzung widerspricht diesem Grundsatz.

Ziffer 6 / Richtlinie 6.1 – Interessenkonflikte

Diese Richtlinie wurde im März 2025 verschärft. Sie bestimmt, dass persönliche Beziehungen oder Verflechtungen, die Zweifel an der erforderlichen Unabhängigkeit begründen können, berücksichtigt werden müssen. Bereits der Eindruck einer interessengeleiteten Veröffentlichung kann der Glaubwürdigkeit der Presse schaden.

Der Fall liegt hier glasklar: Daniel Wegscheider ist der Sohn eines Mannes, der drei Jahrzehnte im Bayrischzeller Gemeinderat saß, 28 Jahre die Grundschule leitete, mit der höchsten gemeindlichen Ehrung ausgezeichnet wurde und dessen offizielle Traueranzeige von Georg Kittenrainer persönlich unterzeichnet wurde. Diese Verbindung wird in keinem der drei Artikel erwähnt.

6 Was die Artikel zwischen den Zeilen verraten

Bei aller Kritik an der Berichterstattung offenbaren die Artikel ungewollt bemerkenswerte Tatsachen.

Bestätigt

Das Landratsamt prüft

Die Kommunalaufsicht leitet eine rechtsaufsichtliche Prüfung der Vorwürfe „Glasfaser“ und „Straßensanierung“ ein – aufgrund der Erheblichkeit der Vorwürfe. Dies bestätigt, dass die im Dossier aufgeworfenen Fragen verwaltungsrechtliche Substanz haben. Die detaillierte Analyse der Straßensanierung findet sich in „Alles sauber?“ – Was der Merkur-Artikel nicht fragt.

Bestätigt

Kittenrainer will den Prüfbericht abwarten

Der Bürgermeister erklärt einerseits, er könne belegen, dass die Vorwürfe „einfach falsch“ seien. Andererseits will er den unabhängigen Bericht des Landratsamts abwarten. Wer die Wahrheit klar auf seiner Seite hat, braucht keine Behördenprüfung abzuwarten, um sie auszusprechen.

Bestätigt

Die Gemeinde übergibt Unterlagen

Alle Unterlagen und Protokolle zum Glasfaseranschluss und zur Straßensanierung werden der Rechtsaufsicht übergeben. Dies ist genau das, was das Dossier gefordert hatte: Transparenz und unabhängige Prüfung.

Bestätigt

Bleier bestätigt das Problembewusstsein

Ihre Aussage, die aufgezählten Punkte seien dem Gemeinderat bekannt gewesen und „behandelt“ worden, wirft die Frage auf: Wenn der Gemeinderat all dies wusste – warum hat er dann nicht von sich aus für Transparenz gesorgt? Und warum braucht es ein anonymes Dossier, damit eine rechtsaufsichtliche Prüfung eingeleitet wird?

Bestätigt

Stadlers Empörung entlarvt die Strukturen

Vize-Bürgermeister Egid Stadler, der seit 24 Jahren im Gremium sitzt, zeigt sich erschüttert und nennt den anonymen Verfasser „feig“. In einem Ort, in dem offenbar selbst langjährige Gemeinderäte noch nie öffentliche Kritik an der Amtsführung erlebt haben, stellt sich die Frage: Liegt das daran, dass es bisher nichts zu kritisieren gab – oder daran, dass bisher niemand den Mut hatte, es öffentlich zu tun?

Einordnung

Polizei und Staatsschutz

Der Polizeisprecher erklärt, man greife bei solchen Ermittlungen „auch auf IT-Experten der Kriminalpolizei oder – wenn ein politischer Hintergrund vermutet wird – auf Kollegen aus dem Staatsschutz zurück.“ Das anonyme Stellen kritischer Fragen zur kommunalen Haushaltsführung als Fall für den Staatsschutz zu behandeln, sagt mehr über die lokalen Machtstrukturen aus als über den Verfasser des Dossiers.

7 Der Münchner Merkur: Konservativ, CSU-nah, Ippen-Konzern

Zum Verständnis der Berichterstattung ist auch der mediale Kontext relevant. Der Münchner Merkur ist Teil der Ippen-Mediengruppe und wird in seiner politischen Grundhaltung allgemein als konservativ eingestuft. Die Wikipedia beschreibt die Zeitung als bis in die 1980er-Jahre „CSU-nah“. Die Lokalredaktionen des Merkur wurden 2016 mit denen der tz zusammengelegt – was vom Bayerischen Journalisten-Verband als Verlust publizistischer Vielfalt kritisiert wurde.

In kleinen Gemeinden wie Bayrischzell sind Lokaljournalisten keine externen Beobachter – sie sind Teil der Gemeinschaft, über die sie berichten. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar und hat auch Vorteile: Nähe zum Geschehen, Kenntnis der lokalen Verhältnisse. Doch genau deshalb verlangt der Pressekodex eine umso sorgfältigere Trennung von persönlichen Verbindungen und journalistischer Arbeit.

Fazit

Die Berichterstattung des Miesbacher Merkur zum Bayrischzeller Transparenz-Dossier zeigt exemplarisch die Grenzen des Lokaljournalismus in Kleinstgemeinden auf: Wo der berichterstattende Journalist der Sohn des ehemaligen Rektors und langjährigen Gemeinderats ist, wo der Bürgermeister persönlich die Traueranzeige des Journalisten-Vaters unterzeichnet hat, wo die prominent zitierten „Stimmen der Empörung“ allesamt der Partei des Beschuldigten angehören – da wird die Grenze zwischen Berichterstattung und Parteinahme überschritten.

Die vorliegende Analyse erhebt nicht den Anspruch, die persönlichen Motive einzelner Journalisten zu bewerten. Sie dokumentiert objektiv nachvollziehbare und belegbare Verflechtungen und stellt diese in den Kontext der geltenden presseethischen Standards.

Was wir fordern

  1. Offenlegung der familiären Verbindung des Journalisten Daniel Wegscheider zur Bayrischzeller Ortsgemeinschaft. Sein Vater Anton Wegscheider war 28 Jahre Rektor der Grundschule und 30 Jahre Gemeinderatsmitglied. Dies begründet einen offenkundigen Interessenkonflikt gemäß Ziffer 6, Richtlinie 6.1 des Pressekodex in der seit März 2025 geltenden Fassung.
  2. Eine eigenständige journalistische Aufarbeitung der im Dossier enthaltenen Sachfragen – insbesondere der Haushaltslage, des Glasfaseranschlusses und der Straßensanierung. Die Quellen sind öffentlich zugänglich. Journalismus bedeutet Überprüfung – nicht Wiedergabe.
  3. Eine ausgewogene Berichterstattung über die laufende Prüfung durch die Kommunalaufsicht des Landratsamts Miesbach – einschließlich des Prüfungsergebnisses, sobald es vorliegt.
  4. Eine Erklärung dafür, warum die Redaktion zwei Wochen vor der Kommunalwahl den Gegenkandidaten Albert Jupé ohne jeden Beleg als denjenigen benennt, dem man ein Interesse an der Diskreditierung „am ehesten unterstellen“ könne. Dies grenzt an Wahlbeeinflussung.

Wie der Redaktionsleiter Stephen Hank in seiner Kolumne genau diese Kontrollfunktion verletzt, analysiert die Stellungnahme „Der Richter im eigenen Fall“. Dass Wegscheider gleichzeitig auch das Gelbe Blatt leitet – und beide Redaktionen im selben Gebäude in Miesbach sitzen – macht die Sache nicht besser.

Die Bürgerinnen und Bürger von Bayrischzell verdienen eine Lokalzeitung, die ihre demokratische Kontrollfunktion wahrnimmt –
nicht eine, die sich zum verlängerten Arm des Rathauses macht.
Quellenverzeichnis Diese Analyse basiert auf den veröffentlichten Artikeln des Miesbacher Merkur vom 23., 24. und 25. Februar 2026, der amtlichen Traueranzeige für Anton Wegscheider (Gemeinde Bayrischzell, unterzeichnet von Georg Kittenrainer, Erster Bürgermeister), der privaten Traueranzeige der Familie Wegscheider mit namentlicher Nennung der Kinder, der Traueranzeige der Gemeinde Bayrischzell für Anton Wegscheider mit Verweis auf 28 Jahre Rektorat und 30 Jahre Gemeinderatsarbeit, öffentlich zugänglichen Informationen der Gemeinde Bayrischzell, Wahlergebnissen der Kommunalwahl 2020 sowie den Publizistischen Grundsätzen des Deutschen Presserats (Pressekodex) in der aktuellen Fassung, insbesondere der im März 2025 verschärften Richtlinie 6.1 zu Interessenkonflikten.