Schmankerl – Investigatives Dossier Bayrischzell
Das vollständige investigative Dossier zum Download – von der Wasseraffäre bis zur fehlenden Apotheke.
Investigatives Dossier: Bayrischzell
Glasfaser zum eigenen Hof, Straße vor die eigene Tür.
⬇ Dossier herunterladenDer offizielle Rechenschaftsbericht der Gemeinde Bayrischzell für das Haushaltsjahr 2024 – das Originaldokument zum Download:
Rechenschaftsbericht 2024
Gemeinde Bayrischzell – Originaldokument, 12 Seiten
Gesamthaushalt: 12.009.108,18 € · Schuldenstand: 4.843.677,79 €
⬇ Rechenschaftsbericht herunterladenLiegen für das Schwimmbad werden im Rechenschaftsbericht erwähnt – die Vergütung des 1. & 2. Bürgermeisters hingegen nicht.
Die Anschaffung neuer Alu-Liegen für das Warmfreibad (5.380 €) wird als außerplanmäßige Ausgabe explizit aufgeführt und begründet. Aber die Bezüge, Aufwandsentschädigungen und Nebenvergütungen des hauptamtlichen Ersten Bürgermeisters und des Zweiten Bürgermeisters? Kein Wort.
In einem Bericht, der jede Fächerschrank-Anschaffung (2.375,97 €) für die Sportalm transparent macht, ist das Schweigen über die Vergütung der Gemeindespitze erklärungsbedürftig – auch der Merkur schweigt dazu – und sein Redaktionsleiter kommentiert als Betroffener. Warum wird bei 5.380 € für Schwimmbadliegen Rechenschaft abgelegt, aber nicht bei den Bezügen des Bürgermeisters?
Was fällt noch auf?
Glasfaserkosten im Straßenbau versteckt – schwarz auf weiß
Der Bericht bestätigt es selbst: Bei der Straßensanierung Osterhofen (HH-Stelle 6300.9500) stehen 469.662 € statt der budgetierten 280.000 € – Mehrkosten von +189.662 €.
Die offizielle Begründung: „Mehrausgaben anteilige Kosten LWL Gigabit 2.0 (142.467 €) teilweise gedeckt durch Ansatz bei HH 8180.9400."
Gleichzeitig bei der Breitbandentwicklung (HH 8180.9400): Von 719.500 € Budget wurden nur 24.189 € ausgegeben. Die restlichen Glasfaserkosten? Wurden in den Straßenbau verschoben. Eine saubere Kostentrennung ist so unmöglich. Die vollständige Analyse der Straßensanierung findet sich in „Alles sauber?“.
Schuldenexplosion: Verdreifachung in zwei Jahren
Die Schuldenstände laut Rechenschaftsbericht:
Die Gemeinde hat 2024 neue Darlehen in Höhe von 1.527.156 € aufgenommen. Der Kassenkredit von 950.000 € wurde voll ausgeschöpft. Die Zinsausgaben lagen mit 183.191 € um 18.141 € über Plan – weil Fördermittel und Grundstücksverkäufe verspätet eingingen.
Detailtreue bei Kleinbeträgen, Schweigen bei Großem
Der Rechenschaftsbericht listet akribisch auf: Fächerschränke Sportalm (2.375,97 €), Alu-Liegen Schwimmbad (5.380 €), eine vergessene Dachrinnenheizung in der Grundschule, Mehrkosten für die Lesung von Marcus H. Rosenmüller bei der Bayerischen Woche (3.000 €). Aber zu den wirklich großen Fragen – Bürgermeistervergütung, die Vermischung von Glasfaser- und Straßenbaukosten, die Verdreifachung der Schulden – gibt es entweder technische Einzeiler oder gar nichts.