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Defizit

Ladesäulen Bayrischzell: Tourismusgemeinde ohne E-Infrastruktur

3–4Öffentliche Ladesäulen
28+Ladesäulen in Holzkirchen
~200.000Übernachtungen/Jahr

Rund 200.000 Übernachtungen jährlich, dazu Zehntausende Tagesgäste, wachsender Anteil an Elektrofahrzeugen — und gerade einmal 3 bis 4 öffentlich zugängliche Ladesäulen in Bayrischzell. Das ist kein Netz, das ist ein Mangel. Zum Vergleich: Holzkirchen hat mit ähnlicher Einwohnerzahl (16.300) über 28 öffentliche Ladepunkte. Tegernsee hat bei deutlich weniger Einwohnern bereits mehr Ladeinfrastruktur als Bayrischzell.

Bestand: Was die Bundesnetzagentur zeigt

Die Bundesnetzagentur führt ein öffentliches Register aller gemeldeten Ladesäulen in Deutschland (Ladesäulenregister, bundesnetzagentur.de). Für Bayrischzell (AGS 09182112) sind dort 3–4 öffentliche Ladepunkte eingetragen, davon kein einziger Schnelllader (DC, 50 kW+).

Alle vorhandenen Ladepunkte sind AC-Normalladung (11–22 kW), was bedeutet: Ein E-Auto muss 4–8 Stunden laden, um vollständig aufgeladen zu sein. Wer schnell weiterfahren will, hat in Bayrischzell keine Option.

Vergleich: Landkreis Miesbach (geschätzte Ladepunkte 2025)

GemeindeEinwohnerÖffentl. Ladepunkte (geschätzt)davon Schnelllader
Holzkirchen16.31028+4+
Miesbach (Stadt)11.57318+3+
Schliersee6.5918+1
Tegernsee3.5676+1
Rottach-Egern5.4416+1
Bayrischzell~1.7003–40

Warum das für Bayrischzell besonders problematisch ist

Bayrischzell zieht hauptsächlich Wochenendurlauber aus München und dem Münchner Umland an. In dieser Zielgruppe ist der E-Auto-Anteil überdurchschnittlich hoch — Bayern hat 2025 eine Neuzulassungsquote von rund 25% für reine Elektrofahrzeuge. Wer mit dem E-Auto anreist und über Nacht lädt, kann mit den vorhandenen 3–4 Ladepunkten nicht versorgt werden.

Für Hotels und Pensionen ist das ein wirtschaftliches Problem: Gäste mit E-Auto zögern oder fahren lieber woanders hin, wo das Laden gesichert ist. Das ist touristisch relevant.

Förderung: 75% vom Bund

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert den Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur mit bis zu 75% der Investitionskosten. Für eine Schnellladestation (DC 50 kW, ca. 25.000–40.000 EUR) wären das 18.000–30.000 EUR Zuschuss. Die Gemeinde könnte in Kooperation mit lokalen Unternehmen oder dem Landkreis ein Ladekonzept entwickeln.

Quellen

Bundesnetzagentur: Ladesäulenregister Deutschland (bundesnetzagentur.de/ladeinfrastruktur). BMDV: Förderprogramm Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Kraftfahrtbundesamt: Zulassungsstatistik Elektrofahrzeuge 2025. Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft: Elektromobilitätsstrategie Bayern 2025.

Das ist nur die Spitze des Eisbergs

Lies den vollständigen Offenen Brief an Georg Kittenrainer und die Recherche zur Wasseraffäre Sudelfeld — wie Bayrischzell zum Wasserwerk des Sudelfeld-Skigebiets gemacht wurde.