Zur Frage der Anonymität
– und der Fragen, die niemand stellt
Seit Veröffentlichung dieser Seite erreichen mich Zuschriften aller Art. Manche sachlich, manche anerkennend, manche beleidigend – und manche so durchsichtig, dass sie mehr über den Absender verraten als über den Empfänger.
Natürlich haben mich diese Zuschriften – wie war es anders zu erwarten – auch anonym erreicht. Die Ironie entgeht mir nicht: Wer mir Anonymität vorwirft, schreibt mir selbst ohne Absender.
Die häufigste Reaktion derjenigen, die sich von meinen Recherchen angesprochen fühlen, lautet nicht etwa: „Das stimmt nicht, und hier ist der Beweis.“ Sie lautet: „Warum verstecken Sie sich?“
Die Frage nach dem Absender ist kein Argument
Dazu sei unmissverständlich gesagt:
Es spielt eine Rolle, ob sie berechtigt sind.
Jede einzelne Zahl in meinen Veröffentlichungen ist öffentlich zugänglich. Jede Frage lässt sich anhand offizieller Quellen überprüfen – die vollständige Quellensammlung findet sich auf zeller-schmankerl.bz. Wer auf den Überbringer zeigt, statt auf das Überbrachte, bestätigt genau das Muster, das hier benannt wird.
In einer funktionierenden Demokratie braucht es keine anonyme Website, um Fragen zu stellen. In einer funktionierenden Demokratie stellt man diese Fragen im Gemeinderat, in der Bürgerversammlung, im öffentlichen Diskurs. Und bekommt Antworten.
Bayrischzell ist keine funktionierende Demokratie. Die konkreten Schritte, die sich daraus ergeben, stehen in den 10 Forderungen zur Transparenz.
Was bei der Kandidatenvorstellung 2026 passiert ist
Zur Kommunalwahl 2026 treten 24 Gemeinderatskandidaten auf einer gemeinsamen Wahlveranstaltung an – CSU und FWG zusammen, keine saubere Trennung. Einen Gegenkandidaten für das Bürgermeisteramt sucht man auf beiden Listen vergeblich – und auch im Saal war keiner zu finden. Dabei weiß man im Ort, dass es politisch fähige Köpfe gäbe, die eine echte Alternative wären. Warum kandidiert niemand auf der FWG-Liste? Die Antwort steht weiter unten auf dieser Seite.
Kittenrainer ist sich offenbar nicht einmal seiner eigenen CSU-Liste sicher – und es macht den Anschein, als wären bestimmte Personen strategisch auf der FWG-Liste platziert worden, um alle Flanken abzudecken. Keine Opposition. Keine Alternative. 24 Kandidaten – ein einziges, gemeinsames Loblied auf den Bürgermeister.
Wie ich auf Videoaufnahmen, die mir zugespielt wurden, sehen konnte: Die Kandidatenvorstellung dauerte knapp zweieinhalb Stunden. Ein voller Saal mit rund 300 Bürgerinnen und Bürgern. 24 Kandidaten stellten sich vor.
Und dann kam der Moment für Fragen aus dem Publikum.
300 Menschen in einem Saal. Eine Gemeinde mit über 4 Millionen Euro Schulden. Infrastrukturprojekte, die Fragen aufwerfen. Personalentscheidungen, die niemand nachvollzieht. Und nicht ein einziger Bürger traut sich, die Hand zu heben.
Eine kommunistische Einheitspartei wäre neidisch vor so viel Geschlossenheit. Die Fakten, die niemand hören will, stehen im Offenen Brief. Mit Demokratie hat diese Art der „Gemeinsamkeit“ nichts mehr zu tun.
Sozialer Druck ist kein Argument – er ist das Problem
Man sieht es auf den Aufnahmen: Leute lächeln mit. Leute ducken sich weg. Leute schauen auf den Boden, wenn eine kritische Frage in der Luft liegt. Das ist kein Konsens – das ist sozialer Druck. Und sozialer Druck in einer 1.575-Einwohner-Gemeinde ist real. Wer hier laut Fragen stellt, riskiert die Nachbarschaft, den Verein, die Geschäftsbeziehung, den Kindergartenplatz.
Nicht als Ersatz für demokratische Kontrolle – sondern weil demokratische Kontrolle in Bayrischzell nicht stattfindet. Wenn der Gemeinderat keine unbequemen Fragen stellt und 300 Bürger in einem vollen Saal schweigen, dann muss es eben jemand anonym tun.
Das ist kein Zeichen von Feigheit. Das ist ein Zeichen dafür, wie schlecht es um die demokratische Kultur in dieser Gemeinde bestellt ist. Wie auch Redaktionsleiter Stephen Hank in seiner Kolumne die Forderung nach Klarnamen erhebt – und warum sein eigener Text den Pressekodex verletzt – analysiert die Stellungnahme „Der Richter im eigenen Fall“. Dass Merkur und Gelbes Blatt Tür an Tür im selben Gebäude sitzen und kritische Leserbriefe nicht drucken, unterstreicht das Problem.
Was passiert, wenn man den Fragesteller sucht statt die Fragen zu beantworten
Statt auf die Inhalte dieser Seite einzugehen, wird derzeit mit erheblichem Aufwand versucht, den Verfasser zu identifizieren – einschließlich der Einschaltung einer Anwaltskanzlei. Dass dabei offenbar eine unbeteiligte Person unter falschen Verdacht gerät und mit den Konsequenzen leben muss, zeigt eindrücklich, wohin es führt, wenn man den Boten jagt statt die Botschaft beantwortet.
Ich sage es deshalb nochmal deutlich: Es spielt keine Rolle, wer diese Fragen stellt. Es spielt eine Rolle, ob sie berechtigt sind. Und solange niemand auch nur eine einzige meiner Zahlen widerlegt, sind sie das.
Ich veröffentliche hier eine Auswahl der Zuschriften, die mich erreicht haben – ungekürzt und mit allen Details. Nicht um mich zu beschweren. Sondern weil sie ein Muster sichtbar machen. Und weil diejenigen, die diese Methoden einsetzen, wissen sollen: Ich durchschaue das. Und ab jetzt durchschaut es jeder.
1. Die Pathologisierer
„Warum verstecken Sie sich? Bisher kann ich aus Ihren Darstellungen keine Probleme erkennen. Problematisch ist lediglich Ihr Verhalten! Professionelle Hilfe würde Ihnen sicher gut tun.“
„Boah ist das schlecht! 🤬 Was sie machn hat mit Demokratie doch nichts zu Tun und auch nicht mit kritischem Bürgerverhalten in einem Rechtsstaat. Das sieht eher nach einem Psychopathen aus. Selten so etwas fatal schlechtes und Dummes gesehen.“
Die Methode ist altbekannt: Wer den Inhalt nicht angreifen kann, greift die Person an. Wer die Person nicht kennt, erfindet eine Diagnose. Die Botschaft dahinter: Wer unbequeme Fragen stellt, muss krank sein.
Nur zur Einordnung: Wer so schreibt, hat offensichtlich keine einzige meiner Zahlen widerlegt. Stattdessen Ferndiagnosen. In einer Gemeinde, in der Millionen an Schulden aufgehäuft werden, ist nicht derjenige das Problem, der Fragen stellt – sondern derjenige, der sie nicht beantwortet.
2. Die Empörten ohne Substanz
„Typisch für den Zeitgeist – Hasstiraden und Fakenews! Außer Verachtung für den Verfasser kann dieses Werk nichts auslösen.“
Dann beantworten Sie doch bitte eine einfache Frage: Wo genau sind die Fake News?
Welche Zahl stimmt nicht? Welche Darstellung ist falsch? Welche Quelle ist erfunden? Bitte konkret. Mit Seitenzahl.
Und wo genau befinden sich die „Hasstiraden“? Ursprünglich gab es einen satirischen Teil – aber da muss jeder gestandene Politiker am Aschermittwoch deutlich mehr aushalten. Inzwischen haben wir diesen durch 10 konkrete Forderungen zur Transparenz ersetzt – adressiert an Bürgermeister, Merkur und Landratsamt. Wer darin „Hass“ sieht, hat entweder den Text nicht gelesen oder ein grundsätzliches Problem mit demokratischer Kontrolle.
3. Die Social-Engineering-Falle
„Hallo, ich habe Ihre Analyse zur Selbstbegünstigung gelesen. Besonders der Punkt mit den Glasfaseranschlüssen, von denen sich der Bürgermeister einen gesichert haben soll, ist ein riesiges Thema!
Als (ehemaliges) Gemeinderatsmitglied wissen Sie sicher, dass die Priorisierung der Anschlüsse eigentlich anders festgelegt war. Ich habe Zugriff auf ein Schriftstück, in dem die Begründung für genau diesen Anschluss steht – das widerspricht der öffentlichen Darstellung massiv.
Da ich sichergehen will, dass mein Material bei Ihnen in seriösen Händen ist: Können Sie mir kurz bestätigen, ob Sie auch Informationen zu den anderen (fehlenden) Anschlüssen haben? Ich möchte mein Wissen bündeln, um die mangelnde Kontrolle endlich öffentlich zu machen.“
Für alle, die es nicht sofort erkennen: Das ist ein klassischer Social-Engineering-Angriff. Jemand gibt vor, brisante Informationen zu besitzen, und versucht im Gegenzug, mich zur Preisgabe meiner Quellen, meines Wissensstands und meiner Identität zu bewegen.
Die Adresse look-inside-the-hide@proton.me – „schau in das Versteck hinein“ – ist so subtil wie ein Vorschlaghammer. Diese Falle ist hiermit verbrannt.
4. Die gefälschte Presseanfrage
„Mein Name ist Andreas Hofmeir, Redakteur vom ORF Tirol. Bitte kontaktieren Sie uns an folgender Adresse: tirol@orf.at – Bitte senden Sie uns alle Fakten und Belege. Wir kommen nach einer eingehenden fachlichen und sachlichen Prüfung dann wieder auf Sie zu.“
Auch hier dasselbe Ziel: Eine Kontaktaufnahme erzwingen, Material abgreifen, Identität aufdecken. Die Adresse tirol@orf.at mag existieren – ob die Anfrage tatsächlich vom ORF stammt, darf bezweifelt werden. Sollte tatsächlich ein Journalist Interesse an meiner Arbeit haben, ist er herzlich willkommen – über verifizierbare, offizielle Kanäle und mit nachprüfbarer Identität.
5. Der Lockversuch
„Ich bin eine Frau aus Bayrischzell und bewundere Deinen Mut und Dein Engagement! Es törnt mich sehr an und ich habe Phantasien! Triff mich um 17 Uhr am Kneipbecken Bergfeld! Xoxo ♥“
Man weiß nicht, ob man lachen oder sich sorgen soll. Aber auch hier: Das Ziel ist ein persönliches Treffen – also Identifikation. Die Methode wechselt, das Muster bleibt. Danke für die Einladung. Ich bleibe beim Recherchieren.
6. Die subtile Drohung
„Lieber Dominik Tews! Es gibt immer Lücken und es passieren Fehler. Kuckuck! ExSpectre me“
Diese Nachricht verdient eine genauere Betrachtung. Auf den ersten Blick kryptisch – auf den zweiten Blick bedrohlich.
Zunächst wird ein konkreter Name genannt – ob richtig oder falsch, spielt keine Rolle. Die Botschaft lautet: Wir wissen, wer du bist. Oder wollen zumindest diesen Eindruck erwecken.
Dann: „Es gibt immer Lücken und es passieren Fehler.“ Das ist keine Feststellung – das ist eine Warnung. Hier wird signalisiert: Wir suchen nach Angriffspunkten. Und wir werden welche finden.
Und schließlich: „ExSpectre me“ – ein Wortspiel aus „Expect me“ (rechne mit mir) und „Spectre“ (Gespenst, Bedrohung aus dem Schatten). Wer solche Formulierungen wählt, bedient sich bewusst einer Ästhetik der Einschüchterung.
Zur Klarstellung: Ich lasse mich nicht einschüchtern. Nicht von Ferndiagnosen, nicht von Lockversuchen, und schon gar nicht von anonymen Drohungen, die sich hinter kryptischen Wortspielen verstecken.
7. Der Klassiker – Beleidigung statt Argument
„Schämen Sie sich alles anonym. Sie sind ein richtig feiger Sack der total hinterhältig ist“
Kein Inhalt. Kein Gegenargument. Keine Widerlegung. Nur Beleidigung. Und – man muss es einfach festhalten – ebenfalls anonym verfasst. Der Verfasser fordert Gesicht zeigen, während er selbst keines zeigt. Die Ironie schreibt sich von selbst.
8. Der Faktenleugner
„Veröffentlichen Sie alle Dokumente und Belege, so dass sich jeder ein Bild machen kann! In ihrem Dossier fehlen Belege und Behauptungen werden nicht belegt. Das ist alles unglaubwürdig und hat nichts mit ‚Faktenbasierter Analyse‘ zu Tun – ganz im Gegenteil. Ihre Kompetenz stelle ich hier in Frage! Stellen Sie sich öffentlich dem Diskurs – das was Sie hier machen zeigt nur, dass Sie sehr unsicher sind“
Diese Zuschrift ist besonders aufschlussreich, weil sie behauptet, es gäbe keine Belege – während die Belege öffentlich zugänglich sind:
Die Straßensanierung und ihre Kosten? Öffentlich dokumentiert im Rechenschaftsbericht der Gemeinde. Die Maßnahme selbst? Von der Gemeinde offiziell mitgeteilt im Gemeindeblatt Sommer 2024, Seite 7: Gemeinde-Nachrichten Sommer 2024 (PDF)
Die Agrarzahlungen? Öffentlich einsehbar auf www.agrarzahlungen.de – einer offiziellen Datenbank der Bundesrepublik Deutschland.
Die Verschuldungszahlen? Veröffentlicht vom Bayerischen Landesamt für Statistik.
Wer behauptet, es gäbe keine Belege, hat entweder nicht gelesen – oder hofft, dass andere nicht lesen.
9. Die Identitätsfalle – mit falschem Namen
„Sehr geehrter Herr Albert Jupé, bitte senden Sie alle Ihre Belege lückenlos zur Prüfung. Erläuterungen zum Vorgang finden Sie hier: https://taz.de/investigativ/ – Wir haben Interesse an Ihren Informationen, sehen aber bisher Defizite verschiedenster Art, die wir vor einer weiteren Arbeit unsererseits überprüfen wollen.“
Wieder das gleiche Muster wie bei der ORF-Falle (Nr. 4): Jemand gibt sich als seriöse Redaktion aus – diesmal mit einem Link zur taz – und fordert die Zusendung aller Belege „zur Prüfung“.
Besonders bemerkenswert: Hier wird ein konkreter Name genannt – Albert Jupé – als vermeintlicher Verfasser. Wenn man den Verfasser nicht findet, erfindet man einen.
Ich stelle klar: Ich kommentiere keine Namen. Ich kommentiere Fakten. Und die Fakten stehen weiterhin unwiderlegt im Raum.
9b. Die zweite gefälschte Presseanfrage – diesmal FAZ
„Herr Albert Jupé, bitte wenden Sie sich an die FAZ: redaktion@faz.net – Wir erhoffen uns klare Fakten und Belege.“
Wieder dasselbe Drehbuch: Ein großer Medienname als Köder – diesmal die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Wieder der Name Albert Jupé. Das Muster ist mittlerweile so vorhersehbar, dass es langweilt.
9c. Die dritte gefälschte Presseanfrage – diesmal Kirchenbote
„Bitte kontaktieren Sie uns unter redaktion@kirchenbote.de“
Drittes Medium, gleiches Drehbuch. Diesmal der Kirchenbote – und ein Absender, dessen Name bereits Programm ist: Arne Queller. Wer sich so nennt, möchte vor allem eines: an die Quellen. Die Kreativität bei der Namenswahl ist immerhin gestiegen – inhaltlich bleibt es derselbe plumpe Versuch.
10. Der zweite Lockversuch – auch „Albert“ zugedacht
„Lieber Albert, ich bin eine Frau aus Bayrischzell und bewundere Deinen Mut und Dein Engagement! Es törnt mich sehr an und ich habe Phantasien! Triff mich um 17 Uhr am Kneipbecken Bergfeld! Xoxo ♥“
Exakt derselbe Text wie in Zuschrift Nr. 5 – nur diesmal mit dem Namen „Albert“ adressiert. Der Lockversuch wird recycelt. Kreativität ist offenbar nicht die Stärke der Gegenseite.
11. Das dubiose Angebot aus dem Darknet
„I can provide data from personal devices, chats and communication metadata. Russia Professionel Service“
Ob das ein ernst gemeintes Angebot eines Kriminellen ist oder ein plumper Versuch, mich zu einer strafbaren Handlung zu verleiten und anschließend zu diskreditieren – beides ist möglich, beides ist dokumentiert. Danke, nein danke. Meine Quellen sind öffentliche Datenbanken, amtliche Dokumente und offizielle Veröffentlichungen. Keine gehackten Handys, keine russischen Dienste.
12. Die „unbeteiligte Frau“ mit antisemitischem Vergleich
„Hallo, wer sind Sie? Für mich als unbeteiligte Frau, die auf ihre Aktion über viele Ecken aufmerksam wurde scheinen Sie ein armseeliger Mensch zu sein. Ihre Seite ist ein schlecht gemachter Versuch, anderen Menschen rücksichtslos zu schaden. Sie können sich nicht vorstellen, wie sich ihre ‚Opfer‘ fühlen. Ihnen geht es nur um Aufmersamkeit für sich selbst. Da man aber herausgefunden hat, wer hinter dieser Aktion steckt, werden Sie genau das Gegenteil erreichen und KEIN großer Held sein. Sie werden wie der jüdische Sänger in Leipzig tiefe Verachtung erfahren und noch isolierter werden, als Sie eh schon sind. Sie sind ein kranker, gestörter Mensch, der Hilfe braucht.“
„Sie werden wie der jüdische Sänger in Leipzig tiefe Verachtung erfahren“ – dieser Vergleich ist keine beiläufige Bemerkung. Hier wird ganz bewusst ein antisemitisches Narrativ bedient: Die Verfolgung eines jüdischen Künstlers als Drohkulisse. Wer so formuliert, offenbart nicht nur ein erschreckendes Demokratieverständnis, sondern bewegt sich in einem Bereich, der strafrechtlich relevant werden kann.
Im Übrigen: „Da man aber herausgefunden hat, wer hinter dieser Aktion steckt“ – offensichtlich nicht, sonst würde man nicht anonym schreiben und verschiedene Namen raten.
13. Die Einschüchterung mit Rechtsdrohung
„Sehr geehrte/r Dame oder Herr, ihr Verhalten ist äußerst bedenklich, demokratiefeindlich und feige. Bitte liefern Sie alle Fakten und Belege! Ihre Aktion ist voller Fehler, Lücken und enthält lediglich Anfeindungen, die auf eine gestörte Persönlichkeit ihrerseits hindeuten. Die Berichterstattung in der Presse (MB Merkur) ist deshalb sachlich und fachlich korrekt. Sie Schaden der Demokratie und hauptsächlich sich selbst! Ihr Ansehen ist jetzt schon sehr stark beschädigt, gerade weil Sie sich nicht trauen jemandem direkt gegenüber zu treten. Es gibt an der Umsetzung ihrer Aktion gravierende Mängel und für Sie offensichtliche Probleme, wie zb das fehlende Impressum. Im Nachgang werden Sie auch mitunter nicht unerhebliche finanzielle Folgen ihres unbedachten und gestörten Vorgehens erleben. Hören Sie bitte einfach auf. Geben Sie sich zu erkennen. Entschuldigen Sie sich. Sie stehen am Abgrund.“
Fassen wir zusammen: In einer einzigen Nachricht werde ich als demokratiefeindlich, feige, gestört, ansehensbeschädigt und am Abgrund stehend bezeichnet, mir werden finanzielle Folgen angedroht, und ich werde aufgefordert, mich zu entschuldigen und aufzuhören. Und das alles – natürlich anonym.
Auch hier die Gegenfrage: Welche Fehler? Welche Lücken? Welche Anfeindungen? Nicht ein einziger wird konkret benannt.
Zum Thema Impressum: Ich verweise auf die grundrechtlich geschützte Meinungsfreiheit und das Recht auf anonyme Äußerung, insbesondere wenn – wie diese Zuschriftensammlung eindrücklich belegt – mit Vergeltung zu rechnen ist.
14. Der Einzeiler
„Selten so einen Bullshit gesehen 🤦🤦🤦“
Um was genau geht es? Welcher Punkt ist „Bullshit“? Welche Zahl? Welche Quelle? Drei Emojis sind kein Argument.
15. Der Druckmacher
„Servus heute kein update auf die gestrige Sitzung Was los?? Nix mehr zu Sagen ??“
Auch interessant: Hier wird Druck aufgebaut, weil eine Gemeinderatssitzung nicht sofort kommentiert wurde. Offenbar verfolgt jemand meine Veröffentlichungen sehr aufmerksam – und wird nervös, wenn es mal einen Tag ruhig bleibt. Das spricht nicht gegen meine Arbeit. Das spricht dafür.
16. Der Relativierer – mit Absender
„Servus,
tolle Seite 😂 mit vielen falschen Infos.
Acher Josef und Hanno sind keine Brüder.
Die Verschuldung würde ich auf Grundstückskäufe zurückführen.
Bei Verkauf ist die Schuld sofort getilgt.
Was hat die Landwirtschaftliche Förderung mit dem Amt des Bgm zu tun.
Die Baukosten der Kläranlage zahlen die Bürger nicht die Gemeinde
Wenn Sie kritisieren das nur 2 Häuser genehmigt wurden wiso sagen Sie dann nichts im GR?
Warum keinen Antrag mit Offenlegung im GR?
Langsam habe ich das Gefühl das es hier nur um Private Konflikte geht und nicht um Bzell.“
Danke, Rudolf – das ist die erste Zuschrift, die zumindest versucht, inhaltlich zu argumentieren. Deshalb verdient sie eine inhaltliche Antwort.
„Acher Josef und Hanno sind keine Brüder“ – Richtig, das wurde falsch dargestellt – ich korrigiere das hiermit. So funktioniert sachlicher Diskurs. Dennoch ändert das nichts am Kern: Die verwandtschaftliche Beziehung 1. Grades und die wirtschaftliche Verflechtung sind gegeben – ein Acher bestellt und bezahlt, der andere Acher verdient. An der Sache selbst ändert die Korrektur nichts.
„Die Verschuldung würde ich auf Grundstückskäufe zurückführen. Bei Verkauf ist die Schuld sofort getilgt.“ – Eine bemerkenswerte Aussage. Die Gemeinde hat über 4 Millionen Euro Schulden. Diese Schulden sind real, sie stehen im Haushalt, sie belasten die Bürger – heute, nicht irgendwann bei einem hypothetischen Verkauf. Schulden mit der Hoffnung auf künftige Grundstücksverkäufe zu rechtfertigen, ist keine Haushaltspolitik – das ist Spekulation mit Gemeindegeld.
„Was hat die Landwirtschaftliche Förderung mit dem Amt des Bgm zu tun?“ – Sehr viel. Beide Einkommensquellen – das Bürgermeistergehalt und die rund 80.000 € jährlichen EU-Agrarzahlungen – stammen aus öffentlichen Mitteln. Hier besteht ein erheblicher Interessenkonflikt, und zwar auf zwei Ebenen:
Zeitlich: Ein landwirtschaftlicher Betrieb, der 80.000 € EU-Subventionen pro Jahr erhält, muss bewirtschaftet werden – Anträge, Auflagen, Kontrollen, Fristen, Feldarbeit. Gleichzeitig ist das Bürgermeisteramt – auch wenn es derzeit ehrenamtlich geführt wird – mit erheblichem Zeitaufwand verbunden.
Wirtschaftlich: Der Bürgermeister entscheidet als Gemeindeoberhaupt über Flächennutzungspläne, Infrastrukturprojekte, Wegebau und landwirtschaftliche Belange der Gemeinde. Gleichzeitig profitiert er als Landwirt von genau diesen Entscheidungen.
„Die Baukosten der Kläranlage zahlen die Bürger nicht die Gemeinde“ – Richtig. Und genau das ist der Punkt: Die Bürger zahlen. Über Gebühren, Beiträge und Umlagen. Ob das Geld „Gemeindehaushalt“ heißt oder „Bürgergebühr“ – es kommt aus derselben Tasche.
„Wiso sagen Sie dann nichts im GR?“ – Diese Frage beantwortet sich durch den Abschnitt weiter oben: In einem Gemeinderat, in dem alle Mitglieder auf einer einzigen Liste antreten und keine Opposition existiert, ist ein „Antrag auf Offenlegung“ so aussichtsreich wie ein Misstrauensantrag in einer Einparteienregierung.
„Langsam habe ich das Gefühl das es hier nur um Private Konflikte geht“ – über 4 Millionen Euro Gemeindeschulden sind kein privater Konflikt. 80.000 € EU-Agrarzahlungen an den Bürgermeister sind kein privater Konflikt. Eine Gemeinde ohne Opposition ist kein privater Konflikt.
17. Die raffinierte Falle – und was der Köder verrät
„Grüß Gott,
ich schreibe Ihnen anonym, weil ich Ihre Recherchen für absolut berechtigt halte.
Ich war bis Ende 2024 bei einem Unternehmen beschäftigt, das an der Abwicklung der Straßenbaumaßnahme Osterhofen beteiligt war. Die Schlussrechnung der Fa. Holzner für den Abschnitt Geitau 55–65 liegt mir als Scan vor. Die Einzelpositionen sind klar ersichtlich – und die Aufteilung zwischen Straßenbau und LWL-Kosten ist nicht so, wie der Rechenschaftsbericht es darstellt.
Ich habe das Dokument anonymisiert hochgeladen (3h gültig): [Link entfernt]
Bitte verantwortungsvoll verwenden. Es darf nicht auf mich zurückfallen.
Grüße aus dem Oberland“
Diese Zuschrift ist die bisher raffinierteste Falle – und gleichzeitig die aufschlussreichste. Denn sie verrät mehr über den Absender als über mich.
Das Muster ist bekannt: Ein zeitlich begrenzt verfügbarer Link, ein vermeintlicher Insider, ein dramatisches Narrativ – alles darauf ausgelegt, mich zum Klick zu verleiten und dabei meine IP-Adresse, meinen Standort oder meine Identität preiszugeben. Der Link wurde selbstverständlich nicht geöffnet.
Aber hier wird es interessant: Ein Köder funktioniert nur, wenn er plausibel ist.
Und dieser Köder ist extrem spezifisch: Fa. Holzner. Abschnitt Geitau 55–65. Die Aufteilung zwischen Straßenbau und LWL-Kosten. Wer eine solche Falle konstruiert, muss sie mit glaubwürdigem Material bestücken. Und wer ausgerechnet die Kostenaufteilung der Straßenbaumaßnahme Osterhofen als Köder wählt, der kennt diese Details – und bestätigt implizit, dass es bei genau dieser Kostenaufteilung etwas gibt, das einer genaueren Prüfung nicht standhält.
Warum sollte jemand ausgerechnet dieses Thema als Köder wählen, wenn es nichts dran gäbe? Man fischt dort, wo man weiß, dass etwas im Wasser ist. Wer diese Falle gebaut hat, weiß offensichtlich, dass die Kostenaufteilung zwischen Straßenbau und Glasfaser nicht so sauber ist, wie der Rechenschaftsbericht es darstellt – sonst wäre der Köder nicht glaubwürdig. Der Versuch, mich zu entlarven, entlarvt die Sache selbst.
Keine einzige dieser Nachrichten geht auf den Inhalt meiner Veröffentlichungen ein. Keine widerlegt eine Zahl. Keine benennt einen Fehler. Keine liefert eine Gegendarstellung.
Stattdessen: Pathologisierung. Beleidigungen. Faktenleugnung. Relativierung. Social Engineering. Lockversuche. Gefälschte Presseanfragen. Identitätsfallen. Subtile Drohungen. Antisemitische Vergleiche. Rechtsdrohungen. Dubiose Hacker-Angebote. Und jede Menge Emojis.
Von 18 dokumentierten Zuschriften kamen 15 anonym oder unter erkennbar falschem Namen.
Zwei mit erkennbar gefälschten oder Wegwerf-Adressen. Eine mit einer GMX-Adresse und einem Vornamen.
Keine einzige hat eine meiner Zahlen widerlegt.
Das ist kein Zufall. Das ist ein System.
Und dieses System zeigt vor allem eines: Nervosität. Wer so agiert, hat offensichtlich keine sachlichen Argumente. Wer sachliche Argumente hätte, würde sie vorbringen – statt Fallen aufzustellen.
Wo ich gerade bei überprüfbaren Fakten bin – hier ein weiterer, den jeder Bürger selbst nachschlagen kann:
Der Betrieb „Georg Kittenrainer Landwirtschaft“ in Geitau 65, 83735 Bayrischzell, erhält jährlich EU-Agrarzahlungen im Bereich von rund 80.000 € aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).
Diese Daten sind keine Behauptung. Sie sind keine Vermutung. Sie sind öffentlich einsehbar auf einer offiziellen Datenbank der Bundesrepublik Deutschland.
Die Frage, die sich daraus ergibt
Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit rund 80.000 € jährlichen EU-Subventionen ist kein Hobby. Das ist ein wirtschaftliches Unternehmen, das Flächen bewirtschaftet, Anträge stellt, Auflagen erfüllt, Fristen einhält und Kontrollen besteht. Das kostet Zeit. Erheblich.
Gleichzeitig ist Georg Kittenrainer derzeit ehrenamtlicher Erster Bürgermeister der Gemeinde Bayrischzell – mit einer Aufwandsentschädigung von rund 5.000 €. Doch er spricht selbst von einem hauptamtlichen Aufwand – und will deshalb künftig eine hauptamtliche Vergütung aus der Gemeindekasse. Für eine Gemeinde mit über 4 Millionen Euro Schulden, komplexen Infrastrukturprojekten und 1.575 Bürgern.
Wo entstehen zeitliche Interessenkonflikte? Wann ist der Bürgermeister Bürgermeister – und wann ist er Landwirt? Und vor allem: Wessen Interessen haben im Zweifelsfall Vorrang – die der Gemeinde oder die des eigenen Betriebs?
Ein Denkanstoß für 2026
Kittenrainer bewirbt sich erneut – und möchte auch diesmal hauptamtlicher Bürgermeister werden. Er spricht bereits jetzt davon, dass der zeitliche Einsatz ein Hauptamt erfordere.
Die Frage, die sich aufdrängt: Wofür genau?
Damit es so weitergeht wie in den letzten zwölf Jahren? Keine funktionierende Opposition. Keine öffentliche Debatte. Keine kritischen Fragen im Gemeinderat. Über 4 Millionen Euro Schulden. Und ein Bürgermeister, der nebenbei einen landwirtschaftlichen Betrieb führt, für den er rund 80.000 € EU-Subventionen im Jahr kassiert – und trotzdem sagt, er brauche zusätzlich ein Vollzeitgehalt aus der Gemeindekasse.
In vielen bayerischen Gemeinden vergleichbarer Größe wird das Amt des Bürgermeisters ehrenamtlich geführt. Ein ehrenamtlicher Bürgermeister, unterstützt von einem starken, aktiven Gemeinderat und zwei weiteren ehrenamtlichen Bürgermeistern, kann die Geschäfte einer 1.575-Einwohner-Gemeinde im Interesse aller führen – ohne die strukturellen Interessenkonflikte. Ein RA. Dr. Georg Seitz könnte das auf jeden Fall.
Ein solches Modell würde nicht nur die Kosten für die Gemeinde senken. Es würde auch die Macht auf mehrere Schultern verteilen – und damit genau die Kontrollmechanismen stärken, die in Bayrischzell seit zwölf Jahren fehlen.
Die Kommunalwahl 2026 bietet die Gelegenheit, über solche Alternativen nachzudenken. Nicht als Angriff auf eine Person – sondern als strukturelle Verbesserung im Interesse aller Bürger.
Denn wenn zwölf Jahre Ehrenamt schon dazu geführt haben, dass man sich mit der Straße und dem Glasfaseranschluss erst einmal selbst begünstigt hat. Wenn man die Öffentlichkeit mit einem Schild, das den Eindruck eines öffentlichen Weges erweckt, vom eigenen Anwesen ausschließt. Wenn man sich durch die Veröffentlichung einer Namensänderung persönlich angegriffen fühlt. Wenn in zwölf Jahren kein einziger Quadratmeter des versprochenen bezahlbaren Wohnraums geschaffen wurde. Wenn die Kläranlage um mehrere Millionen Euro teurer wird und das offenbar niemanden kümmert – weil es ja die Bürger zahlen.
Dann stellt sich eine Frage, die über die Kläranlage hinausgeht: Was ist dann noch alles „einfach egal“, weil es ja die Bürger zahlen?
Und wenn all das bereits im Ehrenamt möglich war – was passiert dann erst mit einem Hauptamt, einer Vollzeitvergütung und noch weniger Kontrolle?
Die obige Dokumentation zeigt, warum. In einer 1.575-Einwohner-Gemeinde, in der mit Social Engineering, falschen Presseanfragen und Lockversuchen gearbeitet wird, um einen kritischen Bürger zu identifizieren, ist Anonymität kein Verstecken – sie ist Selbstschutz vor genau den Methoden, die hier dokumentiert sind.
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