Die Kosten für die neue Kläranlage haben sich seit der Erstschätzung fast verdoppelt. Die erste Zahlung wird nach der Kommunalwahl fällig.
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Zeller Schmankerl ist ein unabhängiges Projekt aus Bayrischzell im Landkreis Miesbach. Diese Seite dokumentiert fragwürdige Entscheidungen in der Kommunalpolitik – gestützt auf Haushaltsdaten, Gemeinderatsprotokolle, Fördersteckbriefe und öffentliche Dokumente.
Heizöl-Vergabe ohne Ausschreibung: Die Gemeinde Bayrischzell hat im Haushaltsjahr 2024 rund 44.705 Euro mehr für Heizöl ausgegeben als budgetiert – ein Plus von 45%. Die Analyse des Rechenschaftsberichts zeigt: Es gab keine öffentliche Ausschreibung. Der Lieferant wurde ohne dokumentierten Wettbewerb beauftragt. Besonders auffällig: Die Dachrinnenheizung der Schule verursachte Mehrkosten von 8.605 Euro – bei einem rechnerisch plausiblen Maximum von 1.350 Euro.
Straßenbau Geitau – Kostenüberschreitung um 68%: Die Straßensanierung Osterhofen (Haushaltsstelle 6300.9500) wurde mit 280.000 Euro veranschlagt, kostete aber 469.662 Euro. Die Mehrkosten von 189.662 Euro entsprechen nahezu exakt dem Marktwert einer Sanierung privater Flächen von 1.000 Quadratmetern. Details in der Analyse „Alles sauber?“.
Kläranlage Bayrischzell – von 3,5 auf 6,8 Millionen Euro: Die Kosten für die neue Kläranlage haben sich seit der Erstschätzung 2016 fast verdoppelt (+94%). Der Gemeinderat beschloss im Dezember 2025 den Bau für 6,8 Mio. Euro. 70% der Kosten (4,76 Mio. Euro) werden als einmaliger Verbesserungsbeitrag auf die Bürger umgelegt. Die erste Zahlung von 3,4 Mio. Euro wird im April 2026 fällig – einen Monat nach der Kommunalwahl. Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt ca. 2.759 Euro. Alle Zahlen und ein interaktiver Rechner auf der Kläranlagen-Seite.
Befangenheit im Gemeinderat: Bei mehreren Abstimmungen bestehen Hinweise auf nicht deklarierte Interessenskonflikte. Wer hat mitgestimmt, obwohl persönliche oder wirtschaftliche Nähe zum Beschlussgegenstand bestand? Die Dokumentation auf „Wer war das?“ listet die Vorgänge auf.
Im Februar 2025 wurde ein Offener Brief an Bürgermeister Georg Kittenrainer veröffentlicht – mit 8 konkreten Fragen zu Glasfaserausbau, Straßenbau, Vergabepraxis und Subventionen. Bis heute (März 2026) liegt keine einzige Antwort vor. Der Brief dokumentiert unter anderem: Die Gemeinde Bayrischzell hat die schlechteste Freie Spanne aller 17 Gemeinden im Landkreis Miesbach (–424.000 Euro jährliches operatives Defizit), während gleichzeitig Glasfaseranschlüsse zum Hof des Bürgermeisters verlegt und Straßen vor seiner Tür saniert wurden.
Das Projekt umfasst außerdem: Eine kritische Einordnung der Berichterstattung des Münchner Merkur, einen Vergleich der CSU-Leitlinien mit der Praxis in Bayrischzell, ein Haushalts-Dashboard mit den wichtigsten Finanzkennzahlen, die 10 Gebote der Transparenz für Kommunalpolitik, einen Widerspruch-Generator für Kläranlagen-Bescheide, eine 28-Tage-Bilanz der bisherigen Recherche und einen Aufruf zur Apothekensuche für Bayrischzell.
Alle Aussagen sind mit Quellenangaben versehen. Wo Belege fehlen, wird dies als „nicht belegt“ gekennzeichnet. Allen genannten Personen wird das Recht auf Stellungnahme eingeräumt. Die Prüfung der Rechenschaftsberichte 2020–2023 läuft. Warum dieses Projekt anonym erscheint und wie darauf reagiert wurde, ist dokumentiert.
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